Art en baselgia

Ein zeitgenössisches Gemälde in der Pfarrkirche von Brigels

 

Im Verlauf des Jahres hat sich eine Gruppe zusammengefunden, welche sich mit der Idee eines Kunstwerkes in der Pfarrkirche beschäftigt.

 

Warum ein Gemälde?

 

Mit einem Werk soll eine lange Tradition der christlichen Ikonografie fortgesetzt werden. Bilder sagen mehr als Worte: Daher spielen Gemälde und Wandmalereien seit Jahrtausenden im christlichen Kirchenbau eine zentrale Rolle. Bilder legen in jeder Epoche neu die Worte der Hl. Schrift aus. Mehr als Texte vermögen Bilder jedoch mit ihrer Farb- und Formensprache den ganzen Menschen mit seinen Gefühlen, Sehnsüchten und Hoffnungen anzusprechen. Daher finden sich auch in den Kapellen Sogn Sievi, Sogn Martin und Sogn Giacun Zeugnisse, dass die Bewohner von Brigels seit jeher mit Sorgfalt und Kunstsinn ihre Gotteshäuser gestaltet und gepflegt haben. Die Bilder aus dem jeweiligen Zeitgeist wollten zu Einkehr und religiöser Bildung anregen. In einer Zeit, in der die Menschen wieder neu für Liturgie und Kirche interessiert werden müssen, braucht es neue Wege und Mittel, um die Menschen anzusprechen und emotional einzubeziehen. Kirchenbesucher sind heute vermehrt auch Kunst- und Kulturinteressierte Leute, die Ruhe und innere Sammlung suchen. Für diese Menschen, sowie selbstverständlich auch für alle anderen Kirchgänger, die sich heute noch stärker als früher von visuellen Sinneseindrücken beeindrucken und bewegen lassen, soll das neue Gemälde geschaffen werden.


 

Nicht nur Altes erhalten und renovieren – sondern auch ein Zeichen unserer Zeit setzen

 

Im 20. Jahrhundert war die Kirche für die angewachsene Gemeinde zu klein geworden. So wurde das alte Schiff 1963-1964 abgebrochen und die Kirche zwischen dem gotischen Chor und dem mächtigen Turm durch ein neues Schiff vergrössert. Seitdem wird das Schiff von zwei imposanten Wänden geformt: Die Südwand mit ihren zahlreichen Fenstern und die leere, weisse Nordwand auf der gegenüberliegenden Seite. Diese Wand eignet sich hervorragend für ein Gemälde zwischen Orgel und Kanzel.

 

Anlässlich der Taizéandacht im Februar 2020 wurde die Idee eines solchen Projektes ein erstes Mal erwähnt. Anschliessend entstand eine Diskussionsrunde, bei der Ideen, Meinungen und Äusserungen zum Projekt gesammelt wurden. Nach der Auswertung machte sich die Gruppe auf der Suche nach einem Künstler, der die eingebrachten Wünsche und Ideen umzusetzen vermag. Diese führte zur Kontaktaufnahme mit dem Bündner Künstler Robert Indermaur. Folglich fanden mehreren Treffen mit der Fachgruppe und dem Theologieprofessor Christian Cebulj statt. Es wurde darüber beraten, wie christliche Thematiken in zeitgenössischer Kunst visuell dargestellt werden können, woraufhin der Maler Robert Indermaur eine erste Skizze mit dem Namen „La Casa da Diu“, „Das Haus Gottes“ entwarf.


«La Casa da Diu»: Erste Skizze von Robert Indermaur.


Es scheint uns wichtig, hier anzumerken, dass es sich bei der Skizze um die Formulierung einer ersten Idee handelt und nicht um den fertigen Entwurf des Bildes.

 

Das Bild zeigt das Haus Gottes und thematisiert somit einen tiefsinnigen/zentralen, christlichen Inhalt. Enthalten ist der Gedanke, dass sich das Reich Gottes bereits auf Erden bildet, wenn Menschen in Frieden miteinander leben. Das «Haus Gottes» öffnet sich gegen oben; je weiter man in die Kirche hineintritt, desto sichtbarer wird der Himmel. Das Bild assoziiert natürlich auch Jesus Zuspruch: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (Joh 14,2). Und nicht zuletzt ist das Bild ein Credo an die Liebe Gottes, welche Menschen ein zuhause bietet, unabhängig von deren Herkunft, Geschlecht und Status.


Der Künstler Robert Indermaur:

 

«Er zeichnet Menschen, deren Gesichtszüge so echt sind, dass man mit ihnen sprechen möchte», so hat ein Journalist die Malkunst von Robert Indermaur charakterisiert. Diese Meisterschaft hat die Brigelser überzeugt, gerade diesen Künstler für ihr Projekt anzufragen. Das Gemälde, das er für die Kirche in Breil malt, sollte für jeden verstehbar sein. Man wollte ganz bewusst nicht etwas Abstraktes, sondern ein Bild mit Menschen und Szenen aus dem Alltag im 21. Jahrhundert, mit Menschen, die christliche Werte leben. Die künstlerische Freiheit des Künstlers soll durch diese Vorstellung aber keineswegs eingeschränkt werden.

 

Robert Indermaur ist ein bewährter und erfolgreicher Künstler. Die Details zu seiner Biographie, seinen Ausstellungen, Publikationen und Werken finden sich auf www.indermaur.net.

 

«Es wäre für mich eine Freude und eine anregende Herausforderung, dieses Wandgemälde in der Kirche von Breil/Brigels realisieren zu können. Mein Leben lang habe ich mich als Künstler mit der Darstellung von Menschen und ihren Schicksalen auseinandergesetzt. In meinem Werk spiegeln sich Werte und Haltungen, die in der Welt von heute über alle Grenzen hinweg gelten und auch von den grossen Weltreligionen vertreten werden. Ich fühle mich gut vorbereitet für diese Aufgabe.“

 

Um den Bezug zur christlichen Lehre und Szenen und Gedanken aus dem enormen Bildfundus der Bibel ins Bild zu integrieren, suche ich gerne das Gespräch mit Fachleuten aus dem theologischen Bereich ".

 

(Von BC aus Gesprächen mit Robert Indermaur zusammengefasst)

 


Stellungnahme des Ehemaligen kantonalen Denkmalpflegers Graubünden

 

«... Es besteht in unserem Kanton eine lange 1500 Jahre alte Tradition der Kirchenmalerei. Diese Überlieferung fortzusetzten scheint mir ein würdiges Bemühen. Der etwas nüchterne Neubau des Schiffes der Pfarrkirche in Breil, geplant und ausgeführt von Architekt Georg Berther im Jahr 1963, verdiente durchaus eine Bereicherung durch ein zeitgenössisches Kunstwerk. Für ein gegenständliches, figurenreiches, grosses Wandbild verfügt der Künstler Robert Indermaur über besondere Voraussetzungen. Ich bin sicher, dass er mit seiner reichen Erfahrung diese anspruchsvolle Aufgabe mit Können, Sorgfalt, Einfühlsamkeit und Witz meistern würde. (...)

 

Als ehemaliger Denkmalpfleger des Kantons Graubünden, der die Konservierung und Restaurierung vieler Kirchen begleiten durfte, würde es mich ganz besonders freuen, wenn in der Pfarrkirche St. Maria in Breil in alter Tradition ein zeitgenössisches Kunstwerk geschaffen werden könnte. ...»

 

Dr.Hans Rutishauser, e. kantonaler Denkmalpfleger Graubünden


Stellungnahme von Christian Cebulj, Prof. für Religionspädagogik und Katechetik an der Theologischen Hochschule Chur

 

Die eindrucksvollen Gesichtszüge der Menschen in den Werken von Robert Indermaur erinnern mich an die Jubiläen zum 70. Jahrestag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (2018). Immer wieder ist damals daran erinnert worden, dass der Begriff der Menschenwürde aus der jüdisch-christlichen Tradition der Bibel stammt. Der Mensch ist als Frau und Mann Ebenbild Gottes, Individuum und einzigartiges Geschöpf. Es ist gut daran erinnert zu werden, dass wir uns als Menschen nicht uns selbst verdanken, sondern Gott, in dessen Gast-Haus wir immer willkommen sind. Die Pläne von Robert Indermaur für das Wandgemälde in Brigels, welches die Kirche als „Casa da Diu“, als Haus Gottes interpretieren, sind sehr vielversprechend. Es ist heute wichtiger denn je, dass sich unsere Kirche einladend und gastfreundlich zeigt. Ich wünsche dem Wandgemälde, dass es für viele Einheimische und Touristen zu einem künstlerischen „Türöffner“ wird, der ihnen wieder ein Stück Heimat in unserer Kirche bietet.

 

Termine:

 

Es ist uns ein Anliegen, Pfarreiangehörige transparent und klar über das Project zu informieren und diese in den Prozess miteinzubeziehen. Aus diesem Grund plant die Fachgruppe folgende Schritte:

 

Februar 2020             Taizéandacht: Erste Konfrontation der Pfarreiangehörigen mit der Idee eines Gemäldes
                                     in der Pfarrkirche.

 

Juni 2020                   kurze Information zum Projekt anlässlich der Kirchgemeindeversammlung und erste,
                                     kurze Vorstellung der Skizze

 

Januar 2021              Versand einer Postkarte mit dem Bild der Skizze in den Haushalten der Pfarrei,
                                    Informationen auf der Homepage und Einladung zur Stellungnahme

 

Frühling 2021            moderierte Diskussionsrunde

 

Frühling 2021            Visualisierung des Gemäldes in der Pfarrkirche Brigels

 

Pfarreiversammlung: Entscheid der Pfarrei

 

2021/22                    Finanzierung

 

2022/23                    Realisierung


Co finanziar il maletg?

 

Igl ei evident ch’in tal maletg ei buc gratuits. Per finanziar in tal project ei previu acziuns specialas. Ensemen cun agid dad instituziuns e fundaziuns culturalas ei la gruppa da buna speronza da saver finanziar il project.


Der Fachgruppe sitzen folgende Personen bei:

 

Michael Friberg, Vorsteher

Flurina Cavegn-Tomaschett

Daniela Seiler-Albin

Sep Cathomas

Annadora Friberg


Was hältst du von dieser Idee?

Wir freuen uns über jegliche Rückmeldung zur Idee

 

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Kontaktperson:

 

Michael Friberg, Vorsteher der Fachgruppe «Art en baselgia» und Präsident des Forum Cultural, 7165 Breil/Brigels

 

Tel.: 081 941 15 83; Mobile: 079 332 57 08